
Isamu Noguchi, Dennis Adams, Brian Tolle, Andrea Zitel, Karl Lang, Alberto Giacometti, David Deutsch, Renee Grün, RM Fischer Komfortzone
Über die Ausstellung
CKomfortzone: Möbel von Künstlern ist eine Ausstellung über 30 Jahre von Künstlern entworfener Möbel in den PaineWebber Galleries.
In einem Artikel vom 2. Mai 1999 schrieb Paula Deitz von Die New York Times „Was zunächst einfach erscheint – Künstler, die Funktionalität im Alltag erforschen – erweist sich als komplex: Die Dinge sind nicht immer so, wie sie scheinen. … Sie entwarfen Objekte für sich selbst, um ihr Leben und ihre Umgebung zu kontrollieren. Betrachter werden darauf hingewiesen, dass das Verständnis dieser Werke genaue Aufmerksamkeit erfordert.“
„Die ausgestellten Entwürfe repräsentieren das jeweilige Werk der Künstler im Kleinen. Zum Beispiel Robert Rauschenbergs …“ ReifenlampeEin ausrangierter Autoreifen, dessen Felge von innen leuchtet, verdeutlicht seine Vorliebe für die Integration von Fundstücken in seine Installationen. Ebenso verkörpert Isamu Noguchis niedriger Schachtisch mit seinen fließenden Linien seine freien Skulpturen und lyrischen Bühnenbilder. Und Alberto Giacomettis Lampe in Form eines Frauenkopfes erinnert an seine Bronzegussskulpturen und die Dekorationsgegenstände, die sein Bruder Diego später schuf.
„Obwohl die Möbel auf einer praktischen Ebene ihren Zweck erfüllen, fügen sich die einzelnen Elemente oft nicht auf gewohnte Weise zusammen. Diese Eigenart erzeugt eine Spannung, die die Fantasie des Betrachters anregt.“ – David Deutsch Klappbarer Schreibtisch Sieht aus wie ein Strandstuhl mit Vinylbespannung, bevor sein eigentlicher Zweck deutlich wird. Renee Greens antike Stühle, bezogen mit Toile-de-Jouy-Stoff, könnten ein repräsentatives Esszimmer einrichten, wären da nicht die subtilen Darstellungen von Szenen aus dem Sklavenhandel. Auf den ersten Blick fallen die Glühbirnen, die den Spiegel von Dennis Adams' Eitelkeit für Jean SebergDie Lampen auf dem Schminktisch einer Schauspielerin scheinen sich in der Glasplatte zu spiegeln, doch tatsächlich setzt sich die Lichterkette unterhalb der Oberfläche fort. Der Effekt ist, als würde eine Spiegelung greifbar werden.
RM Fischers Lampen setzen handelsübliche Teile zu hybriden Objekten um, die gewöhnlichen Formen neue Bedeutung verleihen. Am Eingang der Ausstellung dient seine rundliche Sammlung weißer Lichtkugeln, gekrönt von einer einzelnen roten, als Leuchtfeuer und weist den Weg in die Schau. Er erreicht sein erklärtes Ziel, „einem ansonsten leblosen Objekt Persönlichkeit zu verleihen“; die Lampe hat den Charme eines gelungenen Schneemanns.
„Charles Long gießt zwei identische abstrakte Betonformen und lässt eine als Skulptur stehen, während er die andere in eine Lampe verwandelt, die wie ein Tier mit einem aus elektrischem Draht gefertigten Schwanz aussieht.“
Wer nun glaubt, die Ausstellung bestünde ausschließlich aus Werken im zeitgenössischen Stil, der irrt sich. Brian Tolle hat es sich zur Kunst gemacht, Stilrichtungen der Neugotik für die Gegenwart neu zu interpretieren. Indem er mit dem Begriff von öffentlich und privat spielt, entwarf er ein quadratisches Bett im Stil der Neugotik, das Kirchenarchitektur des 19. Jahrhunderts mit Wohnformen jener Zeit verbindet. Dank seiner handwerklichen Fähigkeiten als Tischler gelang es ihm, ein Bett zu schaffen, das zugleich als Gebetstisch dient.
„Bei Künstlermöbeln wird die Formel ‚Form folgt Funktion‘ durch persönliche Erfahrungen und experimentelle Ideen erweitert. Andrea Zittel stellt seit einiger Zeit ihre AZ Wohneinheiten Diese bieten dem Nutzer laut ihrer Verkaufsbroschüre „totalen Komfort und Funktionalität in einer tragbaren und individuell anpassbaren Struktur“. Diese faltbaren Raumeinheiten, die Wohnraum, Küche und Essbereich, Bett und Bad kombinieren, sind äußerst zufriedenstellend für jeden, der sich ein kompakteres und überschaubareres Leben wünscht.
Zu sehen ist die Originalwohnung, die sie 1991 für sich selbst entwarf, als sie in einem Hinterzimmer eines Ladenlokals in Brooklyn lebte und vorne Hühner züchtete – quasi als Kunstprojekt. Ihre Arbeit basiert auf der Überzeugung, dass modernes Design aus der Schlichtheit der reduzierten Lebensräume entsteht, die mit Armut einhergehen. Für sie ist solches Design eine Verherrlichung von Beschränkungen. Man möchte sich in die behagliche Atmosphäre zurückziehen, die Frau Zittel geschaffen hat. Sie sieht darin keine Reduzierung des materiellen Lebens, sondern eine Annäherung an ein Ideal. Dieses Konzept könnte das Motto der Ausstellung sein.



















