
Cristos Gianakos Eclipse
Über die Ausstellung
Cristos Gianakos (geb. 1934 in New York City, NY) hat eine neue Skulptur auf der Verkehrsinsel am West Broadway zwischen Chambers und Hudson Street installiert. Gianakos' Werk, EclipseEs handelt sich um eine Pyramide mit abgeschnittener Spitze, die aus in einem gitterartigen Muster angeordneten Holzlatten besteht und deren oberer Teil eine scharf abgewinkelte Rampe umschließt.
Schräge Winkel und Rampen sind charakteristisch für Gianakos’ Werk und haben ihre Inspiration in den Ruinen Ägyptens (beispielsweise ist der Tempel der Hatschepsut mit seinen gewaltigen und feierlichen Zugangsrampen bemerkenswert), aber auch in denen Kretas und Griechenlands, wo der Künstler als Kind viel Zeit verbrachte. Gianakos’ formale Auseinandersetzung verweist auf die Verbindungen zwischen klassischen Paradigmen und der ebenso strengen wie sinnlichen Eleganz der jüngeren Minimal Art. Wie der Kritiker William Zimmer jedoch bemerkt hat: „Minimalismus ist ein Zugang zu diesen Werken, doch bei Gianakos lässt sich die Terminologie sehr schnell umgehen.“ Russischer Konstruktivismus und Suprematismus sowie Künstler wie Brancusi, de Chirico und Franz Kline haben seinen ästhetischen Prozess beeinflusst. Gianakos reduziert Formen auf das, was er „den kleinsten gemeinsamen Nenner, ohne Schnickschnack und Beiwerk“ nennt.
Die Verkehrsinsel, die den Verkehr in Richtung Stadtzentrum und in die Innenstadt trennt, wird im Allgemeinen nicht als Treffpunkt genutzt, daher wird diese Skulptur vor allem von vorbeifahrenden Menschen wahrgenommen. Sie übernimmt somit eine topografische Funktion, ähnlich derjenigen urbaner Relikte, die man typischerweise mit alten Weltstädten wie Rom verbindet. Der Künstler, der üblicherweise mit rohem Holz arbeitet, hat dieses Werk rot bemalt, um es harmonischer in die zahlreichen roten Backsteingebäude der Umgebung einzufügen. Eclipse diente als moderne Erinnerung an die spirituelle Größe, die der schlichten, klassischen Form innewohnt.





















