
Vito Acconci Antlitz der Erde
Über die Ausstellung
Wie eine Besteigung des Mount Rushmore oder wie das Betreten des Mauls eines Wals in einem Vergnügungspark, Gesicht der Erde Das Werk von Vito Acconci (1940–2017, geb. in der Bronx, New York) ist gleichermaßen unterhaltsam wie unheimlich. Es ist Monument und mythischer Spielplatz zugleich. Der 32 m x 28 m x 30 cm große, stufenförmige, mit Kunstrasen bedeckte, kopfförmige Mini-Park – mit Sitzgelegenheiten in Augen, Nase und Mund – lädt zum Verweilen, Beisammensein und Plaudern ein.
Acconcis Anliegen, seinen Werken einen unmittelbaren Zugang zu ermöglichen – sowohl für Kunstkenner als auch für die breite Öffentlichkeit –, hat dazu geführt, dass er architektonische Konventionen sowie leicht erkennbare Bilder und Formen in seinen Arbeiten verwendet, die zur Interaktion einladen und den Betrachtern ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln. Gesicht der ErdeAcconci greift ein Motiv vieler Mythen auf – die Personifizierung der Landschaft – und schafft durch die Kombination von Pop-Ikonografie und architektonischer Funktionalität eine „bodenständige“ Figur, die man durchschreiten und – bis zu einem gewissen Grad – sogar bewohnen kann. Obwohl sie groß genug ist, um einen zu verschlucken, Gesicht der Erde Gleichzeitig lädt es ein – ein „freundlicher“ Ruheplatz. Im Zentrum von Acconcis seriellem Paradoxon von Schöpfung und Zerstörung stehen die unausweichlichen Widersprüche des Zusammenlebens, die er zu unserer Erkenntnis und unserem Entsetzen offenlegt.






















