Einer bekannten Anekdote zufolge sollen drei Pioniere der modernen Kunst – Constantin Brancusi, Marcel Duchamp und Fernand Léger – die Pariser Luftfahrtausstellung von 1912 besucht haben. Brancusi betrachtete einen Propeller und sagte: „Das nenne ich Skulptur!“ Hundert Jahre später… Wie ich rolle deutet darauf hin, dass die modernistische Begeisterung für Industriedesign weiterlebt.
Pivis Skulptur besteht aus einem komplett umgebauten sechssitzigen Flugzeug, das sich, an den Flügelspitzen hängend, um 360 Grad drehen kann. Durch diese Transformation des Künstlers erscheint die Piper Seneca in einem völlig neuen Licht. In der Luft, aber flugunfähig, ist ihre gleichmäßige Kreisbewegung faszinierend. Der Kontextwechsel von der Flughafenlandebahn zum New Yorker Stadtplatz ist ebenso dramatisch. Er erzeugt das eindrucksvolle und surreale Erlebnis, ein vertrautes Objekt an einem unerwarteten Ort zu sehen, das etwas völlig Ungewöhnliches tut. Wie ein wahr gewordener Kindheitstraum. Wie ich rolle ist typisch für die kühne und spielerische Fantasie des Künstlers.
Paola Pivi: How I Roll wird von Nicholas Baume kuratiert.