Alice Channer, STEINSCHLAG (2015)
Um die sieben Skulpturen zu erschaffen, aus denen STEINSCHLAG (2015) scannte der Künstler ein Stück Betonschutt digital und nutzte Computersoftware, um das 3D-Bild zu strecken und die gegossenen „Felsen“ aus Beton, Aluminium und Cortenstahl zu vergrößern. Obwohl die entstandenen Formen lebensecht wirken, sind sie vollständig maschinell gefertigt; die Spuren des digitalen Bearbeitungsmechanismus sind auf der geriffelten Oberfläche jeder Skulptur sichtbar.
Lothar Hempel, FROZEN (2015)
FROZEN (2015) spiegelt Hempels Interesse an der Wirkung der Zeit auf Erinnerung und Bildkultur wider. Das Bild der skateboardfahrenden Frau auf der in Baumhöhe hängenden Skulptur scheint aus den 1970er-Jahren zu stammen, wurde aber einer zeitgenössischen Online-Quelle entnommen. Zusammen mit dem bekannten, sich drehenden Regenbogenrad, das einen Computerfehler symbolisiert, hinterfragt das Werk die sich wandelnde Natur der Erinnerung in unserer technologiegeprägten Welt. Kann eine Erinnerung durch die Kamera, unser Bewusstsein oder gar digitale Verzögerungen in der Zeit eingefroren werden? Wie lange wird sie bestehen bleiben?
Jon Rafman, (Curveman Carrara) und (Elegante Carrara), 2015
In der Reihe „New Age Demanded“, die Folgendes umfasst (Curveman Carrara) und (Elegante CarraraSeit 2015 hat Rafman die Form einer traditionellen griechisch-römischen Büste digital verändert. Für jede dieser Skulpturen schuf er zunächst eine virtuelle Version der Büste und verzerrte deren Form digital. Während Marmorbüsten früher ausschließlich von Hand gefertigt wurden, nutzt Rafman ein computergesteuertes Werkzeug, um diese Formen zu bearbeiten und die vertraute Gestalt der Figur durch sein eigenes digitales Design zu verschleiern. Mit Fokus auf die virtuelle Welt beleuchtet Rafman die Paradoxien des modernen Lebens, indem er klassische Elemente mit moderner Technologie zu Werken verwebt, die zugleich monumental und gesichtslos, vertraut und fremd wirken.
Amanda Ross-Ho, Charakter und Form beleuchteter Dinge (Gesichtserkennung), 2015.
Charakter und Form beleuchteter Dinge (Gesichtserkennung)Das Werk aus dem Jahr 2015 ist ein dreidimensionales Tableau, das ein Bild aus einem frühen Fotografiehandbuch nachbildet. Diese Version, eine Weiterentwicklung einer früheren Skulptur der Künstlerin, setzt ihre Auseinandersetzung mit der Fotografie fort und reflektiert das digitale Nachleben von Kunst im öffentlichen Raum. Zentrales Element des Tableaus ist eine weibliche Schaufensterpuppe, deren Gesichtszüge unbeabsichtigt die in unseren sozialen Netzwerken allgegenwärtige Gesichtserkennungssoftware aktivieren. In Anlehnung an die „Intelligenz“ des Kameraobjektivs platziert Ross-Ho ein Neonquadrat vor dem Gesicht der Schaufensterpuppe und lenkt so die Aufmerksamkeit auf dieses virtuelle Rahmungsinstrument.
Hank Willis Thomas, Freiheit (2015)
Freiheit (2015) ist eine lebensgroße, bonbonfarbene Bronzeskulptur, die auf einem 1986 gefundenen Foto eines Harlem Globetrotters basiert. Er dreht einen Basketball auf seinem Finger, in Anlehnung an die Freiheitsstatue, die im Hintergrund des Bildes zu sehen ist. Im digitalen Zeitalter, in dem elektronische Geräte unsere Seherfahrungen prägen, regt der dreidimensionale, dem Foto entnommene Arm den Betrachter dazu an, über die Bildkomposition und den Kontext der uns umgebenden Bilder nachzudenken.
Timur Si-Qin, Denkmal für die Exaptation
Der Titel des Werkes, Denkmal für die ExaptationDies verweist auf einen evolutionären Wandel, den Timur Si-Qin mit den Veränderungen in unserem Umgang mit Bildkultur und Markenbildung im digitalen Zeitalter vergleicht. Die drei Skulpturen greifen die Form einer archetypischen Werbefläche auf – wie sie beispielsweise am Eingang eines Einkaufszentrums oder Autohauses zu finden sein könnte – und ihre konkaven Formen lenken den Blick bewusst einige Sekunden länger auf die Bildfläche. Diese zeitgenössischen Totems sind im Rathauspark beinahe zeremoniell aufgestellt und zeigen verschiedene Varianten von Si-Qins charakteristischem Friedenslogo. Anstatt als Werbeplattform zu dienen, fungieren die Objekte als zukünftige Denkmäler der heutigen visuellen Landschaft.
Artie Vierkant, Bildobjekte
Artie Vierkants Skulpturen, digitale Kunst und Videos untersuchen das Wesen des geistigen Eigentums, den Kommerz und den Online-Vertrieb. In seiner Serie „Image-Objects“ – von der die Ausstellung ihren Titel hat – bearbeitet er Fotografien seiner Ausstellungen neu und wandelt die physischen Objekte in digitale Bilder um. Damit erforscht er die Transformation und Reproduzierbarkeit digitaler Bilder.
Jedes Werk beginnt als digitale Datei, benannt nach Datum und Uhrzeit des Originalbildes. Diese werden dann auf Dibond gedruckt und zugeschnitten, um fotografische Bilder zu erzeugen, die die Tiefe und Präsenz einer Skulptur erreichen. Bei jeder offiziellen Dokumentation der Werke werden die neuen Bilder verändert, um eine Version zu schaffen, die sich immer weiter von der Darstellung des ursprünglichen physischen Objekts entfernt. Dieses neue Bildobjekt – Vierkants erstes Werk im Freien – überträgt den fotografischen Prozess in die Dreidimensionalität, indem digital veränderte Bilder direkt auf einen großen Stahlwürfel gedruckt werden. Die visuellen Lücken zwischen Form und Druckbildern erforschen die Flexibilität von Wahrnehmung und Sehen. Dies gilt insbesondere für Vierkants Eingriff nach der Eröffnung in die Dokumentationsbilder des Werks, die in der Presse und online verbreitet werden. Public Art Fund Website sowie Bilder, die von Zuschauern während der Sendung aufgenommen wurden.