
Ilja Kabakow Denkmal für den verlorenen Handschuh
Über die Ausstellung
Auf einem Verkehrsdreieck nahe dem Madison Square Park liegt ein alter, roter Lederhandschuh, den wohl jemand vergessen hat. Neun Metalltafeln sind an Metallstangen in der Nähe des Handschuhs angebracht, der sich im Zentrum eines halbmondförmigen Kreises um ihn herum befindet. Äußerlich ähnelt die Anordnung einem halbkreisförmigen Arrangement aus Notenständern, wie es für ein Open-Air-Konzert aufgebaut ist.
Nähert man sich den einzelnen Tafeln/Notenständern von Ilya Kabakov (1933–2023, geb. in Dnipropetrowsk, Ukraine), wird ihr Inhalt sichtbar. Die Texte sind in vier Sprachen – Französisch, Englisch, Deutsch und Russisch – in die Metalloberflächen eingraviert. Jeder der neun Texte, so viele wie Tafeln, sind Äußerungen verschiedener „Personen“ über den „verlorenen Handschuh“, den sie im Gras gefunden haben. Es ist, als wären dies die Äußerungen und Gedanken, die ihnen angesichts dieser „unerwarteten Entdeckung“ – natürlich ganz individuell – plötzlich in den Sinn gekommen sind. Zusammengenommen ergibt sich ein einzigartiges Spektrum innerer Bilder, Erinnerungen und Assoziationen, nicht ohne einen gewissen Humor, eine gewisse Traurigkeit und Poesie – wie es bei allem, was mit unserem Gedächtnis zu tun hat, der Fall ist. Darin liegt die Begründung für den Namen der Installation. Denkmal für einen verlorenen HandschuhJeder noch so nutzlose Gegenstand, selbst ein verlorener Handschuh, kann unendlichen Wert und Bedeutung erlangen, wenn er in der Lage ist, etwas sehr Wichtiges und Wertvolles in unseren Erinnerungen, in unserer Vergangenheit zu berühren.




























