
Ryan Gander Der glückliche Prinz
Über die Ausstellung
„Hoch über der Stadt, auf einer hohen Säule, stand die Statue des Glücklichen Prinzen. Er war ganz mit dünnen Blättern aus feinem Gold vergoldet, hatte zwei leuchtende Saphire als Augen und einen großen roten Rubin, der an seinem Schwertgriff glühte.“ So beginnt die bekannteste Kindergeschichte des berühmten Schriftstellers Oscar Wilde (1854–1900). Es erscheint passend, dass der britische Künstler Ryan Gander (geb. 1976 in Chester, England) sich für seinen ersten öffentlichen Auftrag von der Geschichte eines verzauberten Denkmals inspirieren ließ. Ganders Werk erforscht oft die Wechselwirkungen zwischen Sprache, Fantasie und Kunst. Hier hat er die letzten, dramatischen Momente von Wildes Geschichte neu interpretiert, in denen die Statue zerstört wird. Mit der Hilfe einer freundlichen Schwalbe hat der Prinz all seine Juwelen und die Vergoldung verschenkt, um das Leid der Armen der Stadt zu lindern. Da die Statue die Stadtbeamten nicht mehr beeindruckt, wird sie eingeschmolzen.
In Ganders Version wirkt die Statue wie aus Stein; die gefallene Schwalbe und das unvergängliche Herz des Prinzen liegen inmitten der Trümmer. Bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass die „Ruine“ ein einziges massives Objekt ist: eine Skulptur einer Ruine. So funktioniert sie wie eine Plastikspielzeugruine – zugleich beschreibend und offenkundig künstlich. Ganders ironische Anspielung auf Wildes Erzählung hallt in unserer Zeit der wirtschaftlichen Ungleichheit nach. Gleichzeitig präsentiert sie einen zeitgenössischen Zugang zur Bildhauerei, in der die Rolle des öffentlichen Denkmals weiterhin eine offene Frage darstellt.
Ryan Gander: Der glückliche Prinz wird von Nicholas Baume kuratiert.
Bildergalerie
Große Unterstützung für Ryan Ganders Der glückliche Prinz wird von der Kraus Family Foundation bereitgestellt.
Zusätzliche Unterstützung von der Lisson Gallery sowie von James Keith Brown & Eric G. Diefenbach.
Diese Installation wird durch die Zusammenarbeit von Bürgermeister Michael R. Bloomberg, der Ersten Stellvertretenden Bürgermeisterin Patricia E. Harris, dem Kommissar für Parks und Erholung Adrian Benepe, der Kommissarin für Kulturangelegenheiten Kate D. Levin und der Central Park Conservancy ermöglicht.
Public Art Fund ist eine gemeinnützige Organisation, die durch Beiträge von Einzelpersonen, Stiftungen, Unternehmen und durch Mittel von Regierungsbehörden, darunter dem New Yorker Kulturministerium in Zusammenarbeit mit dem Stadtrat, unterstützt wird.


















