
Thomas Schütte Vereinigte Feinde
Über die Ausstellung
Hoch aufragend aus Bronzeguss: Thomas Schüttes Vereinigte Feinde Erstaunlicherweise hat die Serie ihren Ursprung in einer Reihe kleiner Figuren, die der Künstler Anfang der 1990er-Jahre aus Modelliermasse schuf. Schütte (geb. 1954 in Oldenburg) konzipierte die Serie während eines Künstleraufenthalts in Italien, zu einer Zeit, als mehrere Politiker wegen Korruption verhaftet worden waren. Bei diesen Figuren handelt es sich jedoch eher um mythische Gestalten als um konkrete Personen. Ihre paarweise angeordneten Formen sind stark abstrahiert: Die Köpfe ragen aus Windeln hervor, die ihre Gliedmaßen verhüllen. Die Gesichter wirken gealtert und gequält, weichgezeichnet, um die schwindende Macht der einstigen Patriarchen anzudeuten. Im Gegensatz dazu ist das eng geknotete Seil, das sie fesselt, detailreich dargestellt und lenkt den Blick des Betrachters auf die Figuren.
Monumentale Bronzestatuen zählen zu den traditionellsten Formen der öffentlichen Kunst. Schüttes Entscheidung, den Central Park als Ausstellungsort für sein Werk zu wählen, stellt es in einen Dialog mit dieser Tradition. Mit seiner typischen Erfindungsgabe hat Schütte eine konventionelle Form aufgegriffen und ihr neue Relevanz verliehen. Seine kolossalen Figuren stehen nicht heroisch auf einem klassischen Sockel, sondern scheinen, gefesselt an die Erde, auf Dreibeinen aus gebündelten Stangen zu taumeln. Jede Figur ringt darum, sich von ihrem Gegenstück zu lösen, und ist dennoch unfähig, allein zu stehen. Sie sind zu kraftvollen zeitgenössischen Metaphern geworden: skulpturale Giganten, die zugleich mit dem Mythologischen, dem Politischen und dem Persönlichen in Resonanz treten.
Thomas Schütte: Vereinigte Feinde wird von Nicholas Baume kuratiert.
Bildergalerie
Über den Künstler
Schüttes Werk war Gegenstand zahlreicher Einzelausstellungen in Institutionen wie der Serpentine Gallery, London (2012); dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid (2011); dem Haus der Kunst, München (2009); dem Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz (2008); dem Museu Serralves, Porto, Portugal (2006); dem Kunstmuseum Winterthur, Schweiz (2003); dem Dia Center for the Arts, New York (eine dreiteilige Retrospektive, 1998–2000); der Serralves Foundation, Porto, Portugal (1998); der Kunsthalle Hamburg, Deutschland (1994); dem ARC Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris (1990); und dem Stedelijk van Abbemuseum, Eindhoven, Niederlande (1990). Seine Werke sind in den ständigen Sammlungen der meisten bedeutenden internationalen Museen vertreten, darunter das Centre Georges Pompidou, Paris; das Museo Reina Sofía, Madrid; die Tate, London; das Dallas Museum; und das Art Institute of Chicago. San Francisco Museum of Modern Art; und Museum of Modern Art, New York.





















