Vorträge: Herbst 2005
6-6pm

Roni Horn
11/7/2005
In ihrem nuancierten und vielseitigen Werk erforscht Roni Horn (geb. 1955 in New York City) die wandelbare Natur der physischen Welt mittels Fotografie, Skulptur, Papierarbeiten und Künstlerbüchern. Seit Mitte der 1970er-Jahre hat Horn eine einzigartige künstlerische Praxis entwickelt, die Minimalismus, Wortspiele, Literatur, Wasser, Wetter, Island und vieles mehr umfasst. Ihre Installationen beziehen den physischen Raum mit ein und erfordern oft die aktive Teilnahme der Betrachter, um die für ihr Werk zentralen Elemente von Differenz und Identität zu entdecken. Ob sie nun die unruhige Oberfläche der Themse oder das ausdrucksstarke Gesicht ihrer Nichte in den Fokus rückt – Horns Fotoserien zeigen ein Motiv in vielen (oft subtilen) Variationen. Zusammengenommen verkörpern sie das, was sie als „die Vielheit des Einen“ beschreibt. In ihrer jüngsten Fotoserie … Porträt eines Bildes (mit Isabelle Huppert)Horn fotografierte die Schauspielerin in 22 Serien mit je fünf Bildern. In jeder Serie greift Huppert eine ihrer Filmfiguren erneut auf und porträtiert sie neu. So entstand ein ausdrucksstarkes Werk, das die Natur von Bild und Porträt, von Individuum und Identität untersucht.
Do-Ho Suh
11/21/2005
Ein Großteil des umfangreichen Werks von Do-Ho Suh (geb. 1962 in Seoul, Südkorea) kreist um das komplexe, ambivalente Verhältnis zwischen Individuum und Masse – ein Fokus, der maßgeblich durch seinen Umzug von Korea nach New York Anfang der 1990er-Jahre geprägt wurde. Seine Arbeiten, die den Betrachter zu näherer Betrachtung einladen, verleihen abstrakten Themen wie menschlichen Beziehungen, Entwurzelung, persönlichem Raum und persönlicher Geschichte Substanz und Unmittelbarkeit. Suh interessiert sich für die Wandelbarkeit des Raumes in seinen physischen und metaphorischen Ausprägungen und schafft ortsspezifische Installationen, die die Grenzen von Identität und Erinnerung hinterfragen. Für seine jüngste Installation im Maison Hermès Forum in Tokio schuf er eine lebensgroße Nachbildung des traditionellen koreanischen Tores, das vor dem Haus seiner Eltern in Seoul stand. Die Skulptur aus hauchzartem, eisblauem Nylongewebe bestand aus zwei identischen Toren, von denen eines kopfüber unter dem anderen angebracht war. Das Werk konnte von oben oder unten betrachtet werden, sodass jede Ansicht des Tores auch sein Spiegelbild enthielt und so eine atemberaubende Illusion von Spiegelung und Transformation des Raumes erzeugte.
Josiah McElheny
12/5/2005
Seit mehr als einem Jahrzehnt beschäftigt sich der Künstler und Glasbläser Josiah McElheny (geb. 1966 in Boston, Massachusetts) mit der konzeptuellen Erforschung der Art und Weise, wie kulturelle, kunsthistorische und anekdotische Informationen unsere Wahrnehmung von Objekten prägen. Seine eleganten skulpturalen Installationen schlagen eine Brücke zwischen Tradition und Moderne und greifen dabei auf vielfältige Weise Buckminster Fullers utopische Theorien über Abstraktion und Reflexion, die Haute-Couture-Entwürfe von Christian Dior, die Schriften von Jorge Luis Borges, religiöse Fabeln, Malerei und Philosophie der Renaissance sowie andere breit gefächerte Themen zurück. Das Ende der ModerneIn seinem neuen Auftrag für das Wexner Center for the Arts reflektiert McElheny die Geschichte der Wissenschaft und ihre Beziehung zum modernen Design. 1965, im Jahr der Erstveröffentlichung der Urknalltheorie, beauftragte der Architekt der Metropolitan Opera ein Wiener Designbüro mit der Anfertigung eines Kronleuchters mit „galaktischem Erscheinungsbild“. McElhenys zweiteilige Installation, inspiriert vom Zusammentreffen dieser beiden Ereignisse, besteht aus einer faszinierenden Skulptur aus Glas und Metall, die die Expansion des Universums symbolisiert, und einem Kurzfilm, der vor Ort in der Metropolitan Opera gedreht wurde.
Public Art Fund Gespräche werden organisiert von der Public Art Fund in Zusammenarbeit mit dem Vera List Center for Art and Politics an der New School.